Daten zeigen den Weg, Menschen die Richtung

Am Ende muss die Stimme, die Sprache vom Menschen kommen, denn ohne diese aktive Beteiligung entsteht eine Interpretation durch ein LLM

Die Authentizitätskrise KI-generierter Markenkommunikation

54% aller längeren LinkedIn-Posts sind mittlerweile KI-generiert, zumindest im englischsprachigen Bereich. Ein Anstieg von 189% seit dem Launch von ChatGPT Ende 2022, das Ergebnis: 45% weniger Engagement als bei authentischen Inhalten.

Wer täglich durch LinkedIn scrollt, erkennt die Muster: Raketen-Emojis, perfekt gesetzte Bindestriche, Wortwahl, die technisch korrekt klingt aber ohne Substanz bleibt. Die Plattform füllt sich mit maschinell erstelltem Content, und der Spaß am lesen verschwindet.

Das Feigenblatt für fehlende Substanz

KI-Posts sind kein Stil-Problem: Sie offenbaren fehlende Substanz.

Wer "KI, schreib mir einen Post über Digitalisierung" eintippt und das Ergebnis ungeprüft übernimmt, verzichtet auf drei Elemente: Fakten aus eigener Erfahrung, fundiertes Wissen, authentische Positionierung.

81% der deutschen Verbraucher haben geringes Vertrauen in Social Media, KI-Content verschärft diese Vertrauenskrise nur noch mehr.

Der Mittelstand arbeitet unter Ressourcendruck, 92% der KMU mit bis zu 49 Mitarbeitern investieren maximal 20 Stunden pro Woche in Social Media, der Zeitdruck führt zum "schnellen KI-Content" und hier beginnt das Problem.

Wenn Beratung zur Buzzword-Maschine wird

Viele neue Agenturen haben sich nie ernsthaft mit Markenkommunikation beschäftigt, ihr Ansatz: "Schreib was rein, dann bekommst du Content."

Content ohne Beratung. Content ohne Strategie. Content ohne Stimme.

Die Alternative funktioniert anders: Webseite und ausgehende E-Mails analysieren, eine Brand Voice entwickeln, basierend auf dem, was das Unternehmen und die Menschen bereits formuliert haben. Einen strukturierten Interviewprozess aufsetzen für Artikel und Content, das wäre ein erster Schritt.

Handarbeit statt Automatisierung

Wenn auch diese Texte generisch klingen, folgt der manuelle Feinschliff, das Bild nachschärfen, bis es präzise wird, die Modelle trainieren, bis der Output den Unternehmensstil authentisch abbildet.

Dafür ist aber eine aktive Mitwirkung und ein echtes Auseinandersetzen mit der KI ein absolutes muss, hier braucht es die eigenen Worten, die eigene Perspektive.

Am Ende muss die Stimme, die Sprache vom Menschen kommen, denn ohne diese aktive Beteiligung entsteht eine Interpretation durch ein LLM und Interpretationen klingen wieder nach generischer KI.

75% der Marketing-Verantwortlichen halten von Menschen produzierte, authentische Inhalte für relevant. Trotz KI-Boom bleibt menschliche Authentizität der Anker.

Die Grenze ziehen

Wenn bei uns ein Kunde sagt "Macht ihr mal, ihr seid die Experten", braucht es eine klare Antwort, hier verlaufen die Grenzen und hier entsteht das Problem im Ergebnis.

Es geht um die Stimme des Unternehmens, um sein Ansehen gerade weil 86% der Konsumenten Authentizität als Faktor für ihre Markenloyalität nennen und 81% müssen einer Marke vertrauen, bevor sie kaufen.

Der Wettbewerbsvorteil

Wenn KI-Tools besser werden und überzeugender klingen, wird Authentizität zum differenzierenden Faktor.

LinkedIns Algorithmus erkennt z.B. KI-Content mit 94% Genauigkeit und reduziert dessen Reichweite um 30%, die Plattform sanktioniert generischen Content messbar.

Daten zeigen den Weg, liefern Einblicke, Muster, Optimierungspotenziale aber Menschen geben die Richtung vor. Menschen entscheiden, wofür das Unternehmen steht, formulieren die Position und bringen die Erfahrung ein, die kein Modell replizieren kann und wird.

Der Unterschied liegt nicht in der Technologie. Der Unterschied liegt darin wie man sie einsetzt.

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